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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.


In B2 reicht ein freier spielerischer Ansatz allein nicht mehr aus, um Bewegungsfertigkeiten weiterzuentwickeln. Ergänzend zum freien Spielen braucht es jetzt gezieltes, angeleitetes Üben mit Feedback.¹ Die Freude an Bewegung und positive Emotionen im Sport bleiben dabei zentral — sie zählen im Kindes- und Jugendalter zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein langfristiges Sportengagement.²
Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung und Verfeinerung der fundamentalen Bewegungsfertigkeiten. Dabei kommen auch erste sportartspezifische Fertigkeiten und implizite taktische Komponenten hinzu — etwa im Sportunterricht oder in Angeboten wie der Ballschule. In Abgrenzung zu B3 bleibt das Ausbildungsziel jedoch breit angelegt: Übergreifende Fertigkeiten und Bewegungserfahrungen aus verschiedenen Sportarten sollen sich gegenseitig bereichern.³ Für eine vielseitige motorische und persönliche Entwicklung und eine langfristige Bindung an den Sport sollten Kinder und Jugendliche in dieser Phase mehrere Sportarten gleichzeitig ausüben. Daneben findet weiterhin unstrukturiertes, informelles Spielen in der Freizeit statt.
Schulen kommt in B2 eine besondere Bedeutung zu: Schulische Interventionen haben das Potenzial, fundamentale Bewegungsfertigkeiten, motorische Kompetenz und das Bewegungsverhalten von Kindern positiv zu beeinflussen.⁴ Starke Partnerschaften zwischen Schulen und Sportvereinen erweitern das Spektrum altersgerechter Sportmöglichkeiten zusätzlich. Eltern spielen weiterhin eine wichtige Rolle — zunehmend als Ermöglicher*innen, die Vereinsangebote zugänglich machen und ihre Kinder organisatorisch und motivational unterstützen.
Erwachsene sind in B2 gemeinsam mit ihrer Familie oder individuell aktiv. Sie verfolgen Aktivitäten, die keinem Wettkampfziel dienen, sondern einem aktiven Lebensstil — etwa im Fitnessstudio, beim Radfahren oder in Gesundheitssportangeboten. Auch nach einer längeren inaktiven Phase kann in B2 ein Wiedereinstieg in den Sport stattfinden.
(1) Côté, J., Lidor, R., & Hackfort, D. (2009). ISSP position stand: To sample or specialize? Seven postulates about youth sport activities that lead to continued participation and elite performance. International Journal of Sport and Exercise Psychology, 9, 7–17.
(2) Crane, J., & Temple, V. (2015). A systematic review of dropout from organized sport among children and adolescents. European Physical Education Review, 21(1), 114–131.
(3) Côté, J., Baker, J., & Abernethy, B. (2007). Practice and play in the development of sport expertise. In G. Tenenbaum & R. C. Eklund (Eds.), Handbook of Sport Psychology (3rd ed., pp. 184–202). Wiley.
(4) Morgan, P. J., Barnett, L. M., Cliff, D. P., Okely, A. D., Scott, H. A., Cohen, K. E., & Lubans, D. R. (2013). Fundamental movement skill interventions in youth: A systematic review and meta-analysis. Pediatrics, 132(5), e1361–e1383.