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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.
Die Phasenbeschreibungen geben einen Überblick darüber, was in jeder Entwicklungsphase typischerweise passiert – sportlich, persönlich und organisatorisch. Sie orientieren sich an charakteristischen Entwicklungsverläufen und zeigen anhand beispielhafter Schlüsselereignisse, welche Wegmarken in einer Phase typisch sind. Diese Ereignisse sind keine verbindlichen Meilensteine, sondern dienen der Orientierung und können als mögliche Eintrittspunkte in die jeweilige Phase verstanden werden.
Die Basis-Etappe beschreibt die sportliche Entwicklung von ersten, vielfältigen Bewegungserfahrungen über das Erweitern einer breiten motorischen Basis und aktives Sporttreiben bis hin zu erstem sportspezifischem Engagement. Sie wird vor allem durch den Schul- und Breitensport sowie durch lebenslanges, freudvolles Sporttreiben getragen.
Die Talent-Etappe beschreibt die sportliche Entwicklung vom ersten Zeigen sportlichen Potenzials über dessen Bestätigung und ein wachsendes Commitment für den Leistungssport bis hin zum Anschluss an die nationale Spitze im Nachwuchsbereich. Getragen wird sie vom organisierten Vereins- und Verbandssport sowie von den Strukturen der Nachwuchsförderung.
Talent = Potenzial für spätere Spitzenleistungen. Als Talent gilt ein*e Athlet*in, der*die die konditionell-physiologischen, körperbaulichen, psychischen, kognitiv-taktischen, koordinativen und technischen Leistungsvoraussetzungen für spätere Spitzenleistungen mitbringt und bereit ist, diese in einem entsprechenden Umfeld langfristig zu entwickeln, um im Elitebereich erfolgreich sein zu können. (Glossar)
Die Elite-Etappe beschreibt die sportliche Entwicklung von der ersten Nominierung für internationale Spitzenwettkämpfe bis zur Medaillenplatzierung bei einem Höhepunktwettkampf. In E1 etablieren sich Athlet*innen auf internationalem Niveau, in E2 gelingt der sportliche Durchbruch zur Medaille bei Wettkämpfen wie Europa-, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Maßgeblich ist in dieser Etappe das internationale Wettkampfsystem, in dem Athlet*innen ihre Sportart für Deutschland vertreten.
In der Regel sind die Athlet*innen Mitglieder eines Perspektiv-, Ergänzungs- oder Olympiakaders. Im Mannschaftssport kann der Eintritt in die Elite-Etappe auch über die Zugehörigkeit zu einem Profikader in der höchsten nationalen oder internationalen Liga erfolgen.
Um auf diesem Niveau nachhaltig erfolgreich zu sein, ist ein hochprofessionelles und individuell abgestimmtes Betreuungsumfeld erforderlich. Es verbindet interdisziplinäre Fördermaßnahmen von der Sportwissenschaft und Sportmedizin über die Sportpsychologie bis hin zur Dualen Karriere (Förderkompass) und nimmt die sportlichen, persönlichen und beruflichen Bedürfnisse der Athlet*innen gleichermaßen in den Blick.⁵
Die Weltklasse-Etappe beschreibt die dauerhafte Etablierung an der Weltspitze. Athlet*innen zählen über zwei oder mehr Olympiazyklen hinweg zu den Besten ihrer Sportart und prägen sie über die reine Wettkampfleistung hinaus. W ist zugleich eine Phase der Neuorientierung und Erweiterung, in der der Übergang in die Zeit nach der aktiven Karriere konkret wird.
Ein funktionierendes Sportsystem braucht mehr als Athlet*innen im Wettkampf. Auch Trainer*innen und Übungsleiter*innen, Schieds- und Kampfrichter*innen, Sportpsycholog*innen, Ernährungsberater*innen, Sportwissenschaftler*innen sowie Mitarbeitende in Vereinen und Verbänden, von Vorständen über Finanz- und Marketingverantwortliche bis hin zu Abteilungsleiterinnen, tragen maßgeblich dazu bei, den Sport am Laufen zu halten. Dieses Engagement hängt in hohem Maß auch vom Ehrenamt ab.⁶ Es ist ein erklärtes Ziel von DELTA+, Sportler*innen an solche Rollen heranzuführen und dem Sport auch nach der aktiven Karriere zu erhalten.
(1) Eather, N., Morgan, P. J., Lubans, D. R. & Miller, A. (2023). The impact of sports participation on mental health and social outcomes in adults: A systematic review and meta-analysis. BMC Public Health, 23(1), 984.
(2) Hallmann, K., Wicker, P., Breuer, C. & Schönherr, L. (2012). Understanding the importance of sport infrastructure for participation in different sports: findings from multi-level modeling. European Sport Management Quarterly, 12(5), 525–544.
(3) Wolbring, L., Schmidt, S. C. E., Niessner, C., Woll, A. & Wäsche, H. (2022). Community networks of sport and physical activity promotion: an analysis of structural properties and conditions of cooperation. BMC Public Health, 22(1), 1966.
(4) Hauser, L.-L., Höner, O. & Wachsmuth, S. (2024). Links between environmental features and developmental outcomes of elite youth athletes: A cross-sectional study within the German talent pathway. Psychology of Sport and Exercise, 71, 102569.
(5) Weissensteiner, J. R. (2017). Method in the madness: Working towards a viable 'paradigm' for better understanding and supporting the athlete pathway. In J. Baker, S. Cobley, J. Schorer & N. Wattie (Hrsg.), Routledge handbook of talent identification and development in sport (S. 133–149). Routledge.
(6) Breuer, C. & Feiler, S. (2021). Sportvereine in Deutschland: Ergebnisse aus der 8. Welle des Sportentwicklungsberichts. Sportentwicklungsbericht für Deutschland 2020–2022, Teil 1. Bonn: Bundesinstitut für Sportwissenschaft.