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Im Rahmen eines NWLS-Projekts am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft entsteht ein Orientierungsrahmen für eine ganzheitliche Athlet*innenentwicklung. Im Hintergrund werden bereits fortlaufend Inhalte erarbeitet, von denen einzelne Bereiche schon sichtbar sein können. Die vollständige Bereitstellung der Inhalte ist jedoch erst zum Abschluss des Projekts bis Ende 2026 vorgesehen.
Die Kategorie Umfeld betrachtet alles, was Athlet*innen umgibt und ihre Entwicklung beeinflusst – von den Menschen im direkten Umfeld über Sport- und politische Institutionen bis zur gesamtgesellschaftlichen Umgebung. Was genau wir unter „Umfeld" verstehen, erklärt die folgende Begriffsbestimmung.
Der Begriff Umfeld wird im Sport häufig verwendet – beispielsweise als Erfolgsfaktor oder als mögliche Ursache für Herausforderungen in der sportlichen Entwicklung. Was genau darunter verstanden wird, bleibt jedoch oft unklar.
Im DELTA+ orientieren wir uns an einer ökologischen Betrachtungsweise. Dabei steht der/die Athlet*in im Mittelpunkt und wird von verschiedenen Ebenen des Umfelds umgeben, die sich gegenseitig beeinflussen. Zum Umfeld gehören alle Personen, Organisationen und Rahmenbedingungen, die die sportliche und persönliche Entwicklung unterstützen, begleiten oder beeinflussen.
Die Kategorie Umfeld beschreibt dabei nicht die Trainingsinhalte selbst, sondern die Strukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten, die eine langfristige Athlet*innenentwicklung ermöglichen. Dazu zählen das unmittelbare soziale Umfeld ebenso wie Vereine, Verbände, Bildungseinrichtungen sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Das Umfeld entwickelt sich gemeinsam mit den Athlet*innen weiter. Mit jeder Entwicklungsphase verändern sich die beteiligten Akteur*innen, ihre Aufgaben sowie die Anforderungen an Zusammenarbeit und Koordination.
Infografik: Athlet*innenumfeld – Was genau ist das eigentlich?
https://sport-iat.de/infografiken/detail/athletinnenumfeld-was-genau-ist-das-eigentlich
Sportliche Entwicklung und Spitzenleistungen entstehen nicht allein durch Talent und Training. Ein leistungsförderliches Umfeld schafft die Voraussetzungen dafür, dass Athlet*innen ihr Potenzial langfristig entfalten können. Unterstützung, Orientierung, Vertrauen und eine abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten fördern Motivation, Wohlbefinden und Leistungsentwicklung.
Ebenso können ungünstige Umfeldbedingungen – beispielsweise fehlende Kommunikation, unklare Verantwortlichkeiten oder mangelnde Unterstützung – die Entwicklung erschweren. Die bewusste Gestaltung des Umfelds ist deshalb ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen und nachhaltigen Athlet*innenentwicklung.
FAQ: Athlet*innenumfeld – Was genau ist das eigentlich?
Das Athlet*innenumfeld umfasst die physische und soziale Umgebung eines/einer Athlet*in. Im Zentrum stehen die Athlet*innen, die in ihr individuelles Athlet*innenumfeld und darüber hinaus in verschiedene übergeordnete Ebenen eingebettet sind.
Den Kern bildet das individuelle Athlet*innenumfeld. Dazu gehören Menschen im direkten Umfeld der Athletinnen, z. B. Familie, Trainerinnen und Mannschaftskameradinnen.
Das individuelle Athlet*innenumfeld ist in Sportinstitutionen eingebettet. Dazu gehören beispielsweise Vereine und Verbände.
Eine weitere Ebene bilden politische Institutionen, beispielsweise Landes- und Bundesministerien.
Das Athlet*innenumfeld ist darüber hinaus in eine gesamtgesellschaftliche Umgebung eingebettet. Dazu zählen beispielsweise geografische Gegebenheiten.
Infografik: Athlet*innenumfeld – Was genau ist das eigentlich?
https://sport-iat.de/infografiken/detail/athletinnenumfeld-was-genau-ist-das-eigentlich
Ein leistungsförderliches Umfeld zeichnet sich durch gemeinsame Werte, gegenseitiges Vertrauen und eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten aus. Klare Rollen, offene Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung schaffen Orientierung und unterstützen Athlet*innen dabei, sich sportlich und persönlich weiterzuentwickeln.
Zentrale Merkmale eines leistungsförderlichen Umfelds sind:
Diese beispielhaften Merkmale bilden die Grundlage für eine nachhaltige und erfolgreiche Athlet*innenentwicklung.
Infografik: Umfeld-DNA
https://sport-iat.de/infografiken/detail/umfeld-dna
Mit zunehmendem Leistungsniveau wächst die Zahl der Personen und Institutionen, die Athlet*innen begleiten. Eine erfolgreiche Entwicklung setzt deshalb voraus, dass alle Beteiligten ihre jeweiligen Rollen kennen und eng zusammenarbeiten.
Je nach Entwicklungsphase gehören dazu unter anderem Eltern, Trainer*innen, Vereine, Verbände, Schulen, Olympiastützpunkte sowie Fachpersonen aus Medizin, Sportwissenschaft oder Karriereberatung. Klare Verantwortlichkeiten, transparente Kommunikation und abgestimmte Entscheidungsprozesse schaffen Orientierung und erleichtern den Umgang mit Übergängen innerhalb der sportlichen Laufbahn.
Eine gute Zusammenarbeit ermöglicht es, vorhandene Ressourcen gezielt einzusetzen und Athlet*innen langfristig in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen.
FAQ: Können Umfeldbedingungen die Leistung beeinflussen?
Best Practice: Was Schule mit ergebnisorientierten Kommunikationsstrukturen leisten kann
Die Anforderungen an das Umfeld verändern sich mit jeder Entwicklungsphase. Während in den frühen Jahren vor allem Eltern und Trainer*innen die Entwicklung prägen, gewinnen im Nachwuchs- und Spitzensport weitere Akteur*innen und Unterstützungsstrukturen an Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise Schulen, Verbände, Olympiastützpunkte sowie Fachpersonen aus Medizin, Sportwissenschaft, Sportpsychologie oder Karriereberatung.
Mit zunehmendem Leistungsniveau wird das Umfeld komplexer und professioneller. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Kommunikation, Koordination und gemeinsame Verantwortung.
Infografik: Athlet*innenumfeld – Was genau ist das eigentlich?
https://sport-iat.de/infografiken/detail/athletinnenumfeld-was-genau-ist-das-eigentlich
Das Umfeld kann Athlet*innen sowohl unterstützen als auch belasten. Unterschiedliche Erwartungen, Rollenkonflikte oder mangelnde Kommunikation können den Entwicklungsprozess erschweren. Auch Übergänge – beispielsweise der Wechsel an einen Stützpunkt, die Vereinbarkeit von Schule oder Beruf mit dem Sport oder Verletzungsphasen – stellen besondere Anforderungen an alle Beteiligten.
Ein leistungsförderliches Umfeld erkennt solche Herausforderungen frühzeitig, kommuniziert offen und entwickelt gemeinsam Lösungen. Ziel ist es, Athlet*innen langfristig in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten und erfolgreiche Übergänge zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen zu ermöglichen.
FAQ: Können Umfeldbedingungen die Leistung beeinflussen?